«Digitale Trends» Sprachsuche und digitale Assistenten: Tipps zur Website-Optimierung!

Amazon Echo Spracherkennungssystem – Urheber: Karsten Neglia / 123RF

Sprachsuche (Voice Search) ist ein ganz großer Zukunftstrend. Spätestens im Jahr 2020 sollen laut einer Prognose von „Comscore“ bereits 50 Prozent der Suchanfragen sprachbasiert sein. Wie es ausschaut, führt kein Weg an den digitalen Assistenten und der Sprachsuche vorbei!

Auch in Südtirol wird das Thema breit diskutiert, insbesondere im Tourismusbereich: Das „Communication Forum 2018“ stand ganz im Zeichen von Alexa, Siri und Co.: Sind digitale Assistenten auch die neuen Urlaubsbegleiter mit welchen gesucht und gebucht wird?

Wie können dafür die passenden Daten zur Verfügung gestellt werden und wie können die Inhalte von Webseiten für die Sprachsuche optimiert werden (Sichtwort: Voice Search SEO)?

Sprachsuche – Sprachsteuerung, was ist was?

Was ist Sprachsuche?

Mittels Sprache wird in Google eine Suchfunktion gestartet bzw. es wird ein digitaler Sprachassistent (Google Assistent, Alexa, Siri, oder Cortana) aufgefordert eine Internet-Suche durchzuführen.

„Ok, Google. Wo ist Ötzi?“
„Ok, Google. Wo ist das nächste Sportgeschäft?“
„Ok, Google. Finde eine Pizzeria in meiner Nähe?“

Was ist Sprachsteuerung?

Sprachsteuerung hingegen lässt den Nutzer durch Befehle Anwendungen steuern und programmieren: Wie z.b. Apps öffnen, das Licht ein- ausschalten, den Bestellstatus auf Amazon prüfen oder den Wecker/Timer stellen …

„Ok, Google. WhatsApp öffnen.“
„Alexa, schalte das Licht aus.“
„Alexa, wie spät ist es?“

Sprachsuche, quo vadis?

Immer häufiger werden Anfragen an Google über Sprachsuche gerichtet. Die Nutzer suchen nach Antworten auf Fragen mit wo, wann, wie! Dadurch muss Google ganze Sätze verstehen und interpretieren können. Das schafft der Suchgigant inzwischen sehr gut, dank künstlicher Intelligenz: Synonyme, Zusammenhänge und Intentionen erkennt die Suchmaschine und liefert kontextuelle Ergebnisse. Klassisches Keyword-Ranking hat damit wohl definitiv ausgedient. Website-Betreiber und SEOs stehen vor neuen Aufgaben, die Inhalte auch für digitale Sprachassistenten bestmöglich aufzubereiten.

Wenn es darum geht möglichst schnell und parallel zu anderen Tätigkeiten eine Information oder Interaktion zu starten – z.b. wenn wir Autofahren oder kochen – ist die Sprachsuche und -steuerung ideal und erleichtert den Alltag.

„Ok, Google. Zeige mir den Weg zur nächsten Parkgarage!“
„Ok, Google. Wie mache ich Pizzateig?“

Doch die Sprachsuche kann auch unvorteilhaft sein, wie etwa in lauten Umgebungen oder wenn es um visuelle Erfahrungen geht. Was uns an der herkömmlichen Suche gefällt wird von „Voice“ also wahrscheinlich nicht abgelöst.

Vielmehr wird sich die Internet-Suche zu einer intelligenten Kombination aus klassischer Text-Suche, Sprache und Bild entwickeln.

Lieber Sprachsteuerung zu Hause als Sprachsuche unterwegs!

Johan von Hülsen hat ein Experiment zur Sprachsuche gemacht und in seinem Beitrag „Voice Search: Großer Trend, den keiner nutzt“ beschrieben. Er wollte herausfinden ob Nutzer die Sprachsuche akzeptieren? Was ihm und seinen Kollegen dabei aufgefallen ist, dass beispielsweise 90 % der Spracheingaben Befehle an das Telefon und demnach keine Suchen sind. Zweitens, ein hoher Anteil bislang nur mit der Sprache experimentieren („Erzähle einen Witz“, „Brauche ich einen Regenschirm“, „Ich habe Hunger“) und jeder der Sprachsuche für sich entdeckt hat lieber Alexa oder Google Home zu Hause nutzt, aber nicht OK Google auf Smartphone oder Rechner.

Welche Rolle werden digitale Assistenten im Tourismus spielen?

Das Interesse an den Sprachassistenten ist in Südtirol besonders im Tourismussektor hoch. Über Strategien und Geschäftsmodelle wird auf diversen Veranstaltungen, wie dem „Communication Forum 2018“ diskutiert: Sind digitale Assistenten auch die neuen Urlaubsbegleiter mit welchen gesucht und gebucht wird?

Eine landesweite Projektgruppe beschäftigt sich mit der Aufbereitung und offenen Zugänglichkeit von Daten und relevanten Inhalten rund um Südtirol. Mit „Open Data Hub Südtirol – Alto Adige“ wird die Einführung einer Innovationsplattform unterstützt, auf welcher quelloffene Daten für innovative Lösungen, wie zum Beispiel einen digitalen Assistenten oder Chatbot genutzt werden können. So zum Beispiel auch für die Programmierung einer „Alexa Skill“ oder „Google Action“. Das muss man sich vorstellen wie eine App. Der Nachteil: die Skill muss dann erst auf dem digitalen Assistenten installiert werden.

Wer liefert die besten Daten?

Es zeigt sich ein ums andere Mal Googles Vormachtstellung als Datenquelle: Google ist die meistgenutzte Suchmaschine – so auch im Sprachsuchmodus. Google Assistant und Amazon Echo holen sich die nötigten Daten z.t. aus Wikipedia und der Google Suche.

Webseiten müssen fit für die Sprachsuche gemacht werden!

Für Onlineshop-Betreiber ist zudem wichtig sich mit dem Amazon-Marktplatz intensiver auseinander zu setzen: „Alexa“ greift bei Spracheinkäufen logischerweise auf die Artikel und Produkte der Amazon-Verkäufer zu und bestellt dort.

4 Tipps zur Website-Optimierung für die Sprachsuche

Wer seine Website für die Sprachsuche optimieren möchte, sollte zunächst Inhalte und HTML-Quellcode klar strukturieren und bestmöglich für mobile Geräte aufbereiten. „Voice“ sollte in Zukunft mit in die SEO-Strategie eines Webprojektes aufgenommen werden. Hier meine Tipps:

1. Erobere ein „Featured Snippet“

Ein „Featured Snippet“ ist ein hervorgehobenes Suchergebnis. Ein Text-, Tabellen oder Video-Ausschnitt einer Website wird in Google in einer Antwortbox über den anderen organischen Suchergebnissen angezeigt.
Ein Beispiel: Bei einer gesprochenen Anfrage über Google Home wird das Ergebnis sprachlich wiedergegeben. Der Nutzer bekommt als Antwort meist das Featured Snippet. Es geht hier also um die Optimierung, für die sog. „Postition 0“ in Google!
Weiterführende Infos wie du ein Featured Snippet erstellst hier: https://www.seokratie.de/featured-snippets/

Abb.1: Beispiel für ein „Featured Snippet“

2. Liefere strukturierte Daten an Google (Schema Markup)

Die Sprachsuche wird besonders gerne für ortsgebundene Fragen verwendet. Deshalb sollten Standortdaten wie Anschrift, Öffnungszeiten, Telefonnummern etc. in strukturierter Form auf einer Website vorhanden sein. Dafür kannst du sog. Rich Snippets, kleine angereicherte Inhaltsauszüge erstellen. Einheitliche Standards bietet dabei das von Google, Yahoo und Microsoft gemeinsam entwickelte Schema Markup. Schema.org bietet kostenfrei eine Dokumentation über die wichtigsten Schemata von Markup Language an.

Das „speakable“-Markup, welches den Sprachassistenten schon bald auf Zuruf Inhalte einer Website sprachlich wiedergeben soll, befindet sich derzeit noch in einer Testphase.

3. „Local-SEO“: optimiere deine regionale Auffindbarkeit

Knapp 40 % der Sprachsuchen beziehen sich auf lokale Anfragen.

„Ok, Google. Finde einen Zahnarzt in meiner Nähe.“
„Ok, Google. Wo ist das nächste Restaurant?“

Alle Unternehmen mit lokaler Relevanz sollten sich um eine regionale Suchmaschinenoptimierung kümmern: der erste Schritt als lokales Unternehmen bei Google gefunden zu werden, ist das Google-My-Business-Listing (Local-Pack). Hier werden die Einträge aus dem Google-My-Business-Profil zusammen mit dem Google-Maps-Eintrag angezeigt.
Zweitens solltest du deine Standort-Information gut auf deiner Website strukturieren und auch textlich in den Meta-Beschreibungen, Titeln und Texten verarbeiten.
Und drittens ist es wichtig sich in passenden Online-Branchenbüchern und Themenverzeichnissen einzutragen, wie z.b. Gelbe Seiten, Paginebianche, YELP, Europages, KennstDuEinen, ärzte.de …

4. Mach deine Website schneller!

Die Geschwindigkeit von Webseiten ist einer der wichtigsten Ranking-Faktoren für Google geworden. Eine leistungsstarke Website muss auch in der Ladezeit optimiert sein, so bietet Google selbst unter dem Motto „Make the Web Faster“, Tools und Informationen zur Performance-Optimierung an.
Einige Tipps wie du deinen Blog oder deine WordPress-Website schneller machen kannst gebe ich in meinem Beitrag hier: „WordPress schneller machen – 7 Tipps, die sofort funktionieren!“

Ok Google. Was ist das Fazit?

Die Sprachsuche wird mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) bald eine weitere Reihe von technologischen Trends anschieben. Grund genug, sich schon jetzt mit der Optimierung der eigenen Webseite dafür zu beschäftigen. Ich hoffe meine Tipps helfen dir dabei etwas weiter?

Welche Erfahrung hast du mit einem digitalen Assistenten gemacht? Das würde mich interessieren. Hinterlasse bitte einen Kommentar!

BLOGAUTOR

Stephan Raffeiner

Blogautor und Web Content Manager – Seit mehr als fünfzehn Jahren beschäftige ich mich mit Webdesign, Texte und Inhalte speziell fürs Web. digitalmarketingblog.it sammelt meine besten Tipps & Tricks für die Entwicklung von Webseiten mit Wordpress, SEO und Digital Marketing.

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von Stephan Raffeiner Lesezeit: 8 min
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